Deine Schreibstatistik – sehen, wie dein Text wächst
Wie die Schreibstatistik in bun.ink Wörter, Schreibzeit und Fortschritt sichtbar macht – für einzelne Dokumente, ganze Projekte und deine langfristige Schreibroutine.
Schreiben ist oft ein stilles Handwerk. Man sitzt an einem Text, ändert einen Satz, streicht einen Absatz, schreibt weiter – und am Ende des Tages fällt es schwer zu sagen, ob man wirklich vorangekommen ist. Genau hier setzt die Schreibstatistik in bun.ink an: Sie macht sichtbar, was beim Schreiben sonst im Verborgenen bleibt. Wie viel du geschrieben hast. Wie lange. Und wie dein Projekt über Wochen und Monate wächst.
Wichtig vorab: Die Statistik zählt dich, nicht deinen Text. Erfasst werden Kennzahlen wie Wortmengen und Schreibzeit – nicht der Inhalt deiner Dokumente. Die Zahlen gehören zu deinem Konto und sind privat.
Wo du die Statistik findest
Im Writer unter /writer gibt es in der Werkzeugleiste einen eigenen Knopf für die Schreibstatistik. Ein Klick öffnet ein Fenster mit drei Registerkarten:
- Dokument – Zahlen zum gerade geöffneten Text.
- Projekt – der Überblick über ein ganzes Schreibprojekt.
- Übersicht – deine langfristige Schreibaktivität und Motivation.
So kannst du je nach Situation heranzoomen – auf den einzelnen Text – oder herauszoomen – auf dein Schreiben insgesamt.
Dokument: der Blick auf den aktuellen Text
Die Registerkarte Dokument bezieht sich immer auf das Dokument, das du gerade offen und aktiv hast. Sie zeigt dir auf einen Blick:
- Wörter – die Wortzahl des aktuellen Textes.
- Zeichen – die Anzahl der Zeichen.
- Absätze – wie viele Absätze der Text hat.
- Lesezeit – eine Schätzung, wie lange man zum Lesen braucht (gerechnet mit rund 200 Wörtern pro Minute).
Für Dokumente, die schon gespeichert sind, kommen zwei weitere Werte dazu:
- Gespeicherte Versionen – wie viele Schnappschüsse dieses Dokuments es gibt.
- Änderungsvolumen – wie viele Zeichen sich über diese Versionen hinweg verändert haben.
Das ist praktisch, wenn du etwa auf eine bestimmte Textlänge hinarbeitest – eine Kurzgeschichte, einen Zeitungsartikel mit Zeichenlimit oder ein Kapitel mit Zielumfang. Statt zu raten, siehst du genau, wo du stehst.
Projekt: das grosse Ganze im Blick
Ein einzelnes Dokument ist selten das ganze Projekt. Ein Roman besteht aus Kapiteln, eine Reportage aus Recherchenotizen und Fassungen, ein Sachbuch aus vielen Bausteinen. Die Registerkarte Projekt fasst all das zusammen:
- Wörter gesamt – die Wortzahl über alle Dokumente des Projekts.
- Dokumente – wie viele Dokumente das Projekt enthält.
- Meiste Wörter – welche Dokumente am umfangreichsten sind.
- Nach Ordner – wie sich die Wörter auf deine Ordnerstruktur verteilen.
Zusätzlich kannst du ein Projektziel in Wörtern festlegen. Ein Fortschrittsbalken zeigt dann, wie nah du deinem Gesamtziel schon bist – zum Beispiel den 80'000 Wörtern eines Romanmanuskripts.
Ist dein Projekt mit GitHub verknüpft, erscheint ausserdem ein Abschnitt zur GitHub-Aktivität: die Commits der letzten 120 Tage, die Commits dieser Woche und die neuesten Einträge. So siehst du deine Versionsarbeit direkt neben deiner Schreibarbeit.
Übersicht: Motivation über die Zeit
Die Registerkarte Übersicht ist das Herzstück für alle, die dranbleiben wollen. Sie sammelt deine Schreibaktivität über einen langen Zeitraum und macht sie zu etwas, das motiviert statt nur informiert.
Ganz oben steht dein Tagesziel. Du legst selbst fest, wie viele Wörter du pro Tag schreiben möchtest (Standard sind 500). Ein Fortschrittsbalken zeigt, wie weit du heute schon gekommen bist.
Darunter findest du deine wichtigsten Zahlen als Kacheln:
- Wörter heute und die Summen für diese Woche, diesen Monat und gesamt geschrieben.
- Serie – wie viele Tage in Folge du dein Tagesziel erreicht hast, dazu deine längste Serie.
- Schreibzeit heute – wie lange du heute aktiv geschrieben hast.
- Netto-Wörter – geschriebene minus gelöschte Wörter.
- Durchschnitt pro aktivem Tag und Wörter pro Stunde.
Die Serie (englisch: Streak) ist bewusst ermutigend gestaltet: Solange du dein Tagesziel erreichst, wächst sie Tag für Tag. Und wenn du dein Ziel heute noch nicht erreicht hast, bricht die Serie nicht ab – der Tag ist ja noch nicht vorbei. Das nimmt den Druck raus und belohnt Beständigkeit statt Perfektion.
Dazu kommt der nächste Meilenstein: 10'000, 25'000, 50'000, 100'000 Wörter und immer weiter. Ein Balken zeigt, wie nah du dem nächsten runden Wert bist – eine kleine, aber überraschend wirksame Ermutigung.
Die Heatmap: ein Jahr Schreiben auf einen Blick
Am unteren Rand der Übersicht liegt die Aktivitäts-Heatmap der letzten zwölf Monate. Jeder Tag ist ein kleines Kästchen; je mehr du an einem Tag geschrieben hast, desto kräftiger seine Farbe. Wer GitHub kennt, erkennt das Muster sofort.
Diese Ansicht erzählt eine Geschichte, die einzelne Zahlen nicht erzählen können: die Geschichte deiner Schreibgewohnheit. Man sieht die produktiven Wochen, die Pausen, das langsame Wiederanlaufen. Fährst du mit der Maus über ein Kästchen, zeigt es dir Datum und Wortzahl dieses Tages.
Wie die Zahlen entstehen
Die Statistik läuft leise im Hintergrund mit, während du schreibst. Ein paar Punkte dazu, damit die Werte einzuordnen sind:
- Die App vergleicht in kurzen Abständen die Wortzahl deines Textes und leitet daraus ab, wie viele Wörter dazugekommen oder verschwunden sind. Das ist eine bewusste Schätzung, kein exakter Vergleich jeder einzelnen Änderung.
- Die Schreibzeit zählt nur, wenn du wirklich aktiv bist. Längere Pausen werden als Pause erkannt und nicht mitgerechnet.
- Alles ist nach lokalem Kalendertag gebucht – „heute" ist dein heutiger Tag.
- Die Statistik zählt unabhängig vom Branch. Ob du im Hauptstand oder auf einem GitHub-Branch schreibst: Deine Aktivität wird erfasst, ohne dass dabei die Regeln zur Speicherung deiner Texte verändert werden.
- Deine Deltas werden zwischengespeichert, damit auch bei einem kurzen Verbindungsabbruch nichts verloren geht.
Wie dir das beim Schreiben hilft
Zahlen allein schreiben kein Buch. Aber sie können Gewohnheiten stützen, und Gewohnheiten schreiben Bücher.
- Realistische Ziele setzen. Ein tägliches Wortziel macht ein grosses Projekt greifbar. Nicht „einen Roman schreiben", sondern „heute 500 Wörter".
- Dranbleiben sehen. Serie und Heatmap belohnen Beständigkeit. Es fällt leichter, eine Kette nicht zu unterbrechen, die man vor sich sieht.
- Den Überblick behalten. Bei langen Projekten geht das Gefühl für den Umfang schnell verloren. Die Projektzahlen zeigen dir, wo Gewicht liegt und wo noch wenig steht.
- Sich selbst besser kennenlernen. Wörter pro Stunde und Durchschnitt pro Tag verraten dir mit der Zeit, wie dein Schreiben tatsächlich funktioniert – und wann du am produktivsten bist.
Die Schreibstatistik in bun.ink ist kein strenger Aufseher. Sie ist eher ein ruhiger Begleiter, der dir hin und wieder zeigt, wie weit du schon gekommen bist. Manchmal ist genau das der kleine Anstoss, der aus einem angefangenen Text ein fertiges Projekt macht.